Sonntag, 4. September 2016

Neues aus dem Garten, Teil 2: Gartenparty zum 30.

Hallo Welt!

#dirtythirty
#thirstythirty


Nun ist es auch bei mir soweit: Obwohl ich mich wirklich nicht danach fühle, bin ich vor ein paar Wochen 30 Jahre alt geworden. Als Kind dachte ich immer, dass Menschen Ü30 ziemlich alt sind. Vielleicht liegt das auch daran, dass meine Eltern in ihren Dreißigern waren als ich noch ein Kind war. Und Eltern sind ja sowieso immer viel, viel älter als man selbst. Nun habe ich meinen ersten Geburtstag mit der 3 davor gefeiert und möchte meinem Kinder-Ich gerne sagen: Hey, ich bin nicht alt, ich habe teilweise noch immer dieselben Träume, die du auch hast!


Doch tatsächlich hat sich in dem halben Jahr vor meinem 30 Geburtstag noch so einiges geändert. Man ist nicht mehr ganz jung, aber selbstverständlich auch nicht alt. Meine Mama bezeichnete mich neulich als „altes Mädchen“, was ich erst etwas ulkig, aber dann schließlich sehr sinnig fand. Denn genauso fühle ich mich auch: Ich bin immer noch wahnsinnig verträumt und hoffnungslos romantisch, aber gleichzeitig bin ich jetzt in meinem Beruf, der mich erfüllt und in dem ich vorankommen möchte. Zudem sind wir in eine wirklich „erwachsene“ Wohnung gezogen: Aus Hamburg zurück, mit einem kurzen Umweg über unsere alte, gemeinsame Höhle Wohnung in Wiesbaden, raus in ein knapp 4.000 Seelen-Dörfchen zwischen Wiesbaden und Frankfurt - 75 Quadratmeter + eigener Garten + angeschlossener Gemeinschaftsgarten + Ruhe + Parkplatzsicherheiten. The new Spießigkeit at its best. Wir könnten uns nicht wohler fühlen. Bislang war also das Dreißigwerden gar nicht so übel. Wenn älter werden heißt, dass es bergauf geht und man sich das Leben endlich so gestalten kann, wie man möchte, dann bin ich gerne bereit noch viiiiel älter zu werden. 

Und was macht man, wenn man 30 Jahre alt geworden und frisch umgezogen ist und plötzlich einen ziemlich großen Garten vor der Terrassentür hat? Richtig, man gibt eine große Gartenparty für all die lieben Menschen, für Familie und Freunde, mit denen man schon viele Jahre und teils auch Jahrzehnte befreundet ist.


Passend zum Alter hatte ich fast dreißig Gäste geladen - neben lieben Freunden auch meine Eltern sowie die Eltern und den Bruder vom Herzmann. Wenn man im Sommer und somit zur Hauptferien - bzw. Urlaubszeit Geburtstag hat, lernt man recht früh, dass man nie alle Freunde an seinem Geburtstag sehen kann (vor allem als Kind war das oft sehr schmerzlich). Ich habe dennoch immer gerne meinen Geburtstag gefeiert, um alle um mich zu haben und mit ihnen eine schöne Zeit zu verbringen. Und ich gebe es einfach zu: Ich mag Geschenke und im Mittelpunkt stehen. Ups. 


Und so haben wir alle Stühle, Tische, Bänke, Kissen und Polster aus unserem und dem Gemeinschaftsgarten zusammengetragen und verschiedene Sitzgrüppchen im hinteren, gemeinschaftlichen Teil des Gartens zusammengestellt. So konnten sich all die Freunde zusammensetzen und unterhalten, die sich schon kannten und sich "unter sich" fühlen. Außerdem machte eine solch aufgelockerte Anordnung der Tische optisch einfach viel mehr her.


Wer mich kennt, weiß, dass die Dekoration für mich der spannendste Teil war. Als ich mich dazu entschloss, eine Gartenparty zu schmeißen, hatte ich gleich Lampions, Wimpelketten und Wiesenblumen vor Augen. Einige Lampions hatte ich noch (damals bei Depot gekauft), die Wimpelkette für die Hollywood-Schaukel auch (damals bei Tiger gekauft).


Die Wiesenblumen habe ich am Feldrand/Straßenrand der Ortseingangsstraße gepflückt. Liebe Autofahrer - ja, ich war die Verrückte am Straßenrand! Aber was tut man nicht alles für schöne Wiesenblümchen und eine hübsche Tisch-Deko, nicht wahr? Übrigens ist mir erst durch diese Gartenparty bewusst geworden, wie viele Glasväschen (bzw. Einmachgläser umfunktioniert zu Väschen) ich tatsächlich habe. Dies ähnelt wohl dem Phänomen, dessen ich mir aber völlig bewusst bin: Das Horten von Gläsern von Ikea-Duftkerzen. Wenn also das nächste Mal der Herzmann schimpfen sollte, ich hätte zu viele Gläschen, dann sage ich: "Wenn ich mal wieder eine Gartenparty feiere, brauche ich die ALLE!"


Die "coolen Kids" haben sich natürlich hier auf und an der Hollywood-Schaukel versammelt. Ich kann es verstehen: Die ist natürlich extrem lässig, bequem und gleichzeitig auch ein echter Hingucker (auch wenn es die Sitzpolster nicht sind und diese auch nicht in mein Farbkonzept passten - aber extra für eine Gartenparty 30 farblich passende Sitzkissen kaufen... äh, nein).


Lampions - Depot, (Flying) Tiger
Wimpelkette - (Flying) Tiger
Fackelkerzen - Casa
Vasen - Depot, Ball/ Kerr Mason Jar
Kerzenhalter und Windlichter - Ikea, Depot, leere Gü-Dessert-Gläschen

Während der Herzmann am Grill für die fleischigen und nicht-fleischigen Gelüste meiner Gäste zuständig war, habe ich gemeinsam mit meiner Mama, der Schwiegermama in spe und meiner besten Freundin an der Buffet-Front für Kulinarisches gesorgt.


Bei Depot hatte ich die pinkfarbenen/weißen Papierosetten gefunden, den Pompom habe ich selbst aus goldenem Seidenpapier (von idee. Creativmarkt) gebastelt. Die Pappteller, Plastikbestecke und Servietten hatte ich bei Casa in Vendenheim (Frankreich) und bei (Flying) Tiger gekauft. Leider habe ich davon keinerlei Bilder gemacht, da ich das fertige Buffet erst aufgenommen habe, als alle Gäste bereits da waren. Und da man Hungrige auf keinen Fall warten lässt, habe ich relativ schnell und ein wenig wahllos draufgehalten. Aber die hübschen Ananas-Pappbecher von Casa könnt ihr auf dem oberen Bild zumindest sehen.


Dieser wahnsinnig pornös aussehende Erdbeer-Brownie-Kuchen war tatsächlich innerhalb von Sekunden weg, hatte jedoch so seine Tücken: Ich hatte relativ große Schokoladenstücke in den Teig gegeben, die nach dem Backen natürlich wieder hart geworden sind. Um den Kuchen also in Stücke zu schneiden, mussten meine Mama und die vom Herzmann mit schwerem Gerät anrücken - das elektrische Messer jedoch drohte durchzuschmoren, daher mussten pure Muskelkraft und ein scharfes Messer ran. Tipp also: Auch wenn im Rezept etwas von Schokoladen-Stücken steht, brecht sie lieber ganz klein bevor ihr sie in den Teig gebt.


Das Buffet bestand aus:

Herzhaft:
- Tortellini-Salat (mit Schinken + vegetarisch)
- Reissalat (mit Schinken + vegetarisch)
- Kartoffelsalat (nach dem Rezept von Herzmanns Oma - Rezept auf Nachfrage)
- grüner Salat mit Feta-Würfeln
- Baguette und selbstgebackenes Brot
- selbstgemachte Kräuterbutter (aus Butter, Knoblauch, frische Kräuter, Salz und Pfeffer)
- Gemüse-Dip
- Feta-Dip mit Paprika 
- Blätterteigschnecken (mit Speck + vegetarisch)

Nachtisch:
- Mousse au chocolate mit Kirschen
- Früchtequark
- Erdbeer-Brownie-Kuchen
- Wassermelone am Stiel

Da man ja als Bloggerin eine gewisse Affinität zum Dokumentieren und Fotografieren hat und ich außerdem noch das unsagbare Glück habe in der Agentur für den Hersteller von Sofortbildkameras zu arbeiten, lag die Idee meine Gäste das Gästebuch selbst gestalten zu lassen quasi auf der Hand. Ich hatte mir ein blanko Ring-Notizbuch gekauft und dieses mit Buchstaben-Stempeln und Spitzenband verziert.



Das Gästebuch bzw. die Sofortbildkamera kamen wirklich sehr gut an - ich hatte alle gebeten sich im Lauf des Abends darin zu verewigen. Eigentlich stand den ganzen Abend über jemand an dem extra für diese Aktion eingerichteten Stehtisch und hat sich erst mit der Kamera und dann mit den restlichen Utensilien vertraut gemacht. Dabei sind so schöne Schnappschüsse entstanden - und gleichzeitig natürlich auch eine wahnsinnig tolle und wertvolle Erinnerung für mich an diesen schönen Abend!

Diese Utensilien habe ich in einem Korb für das Gästebuch bereitgestellt:
- verschiedenes Washi Tape
- verschiedene Stifte
- eine Sofortbildkamera (z. Bsp. FUJIFILM instax mini 70)
- Foto-Accessoires (z. Bsp. von Flying Tiger)
- kleine Tafeln mit Kreide
- selbstgestaltetes Gästebuch (z. Bsp. von idee. Creativmarkt)


Und dann war gefühlt in wenigen Minuten auch schon alles wieder vorbei. Ich war nachts, als ich dann so im Bett lag, zunächst unfassbar traurig darüber, dass der Abend so schnell an mir vorbeiging. Gleichzeitig war ich aber auch so glücklich, dass der Abend so gelungen war, meine Gäste begeistert waren und ich somit eine weitere schöne, gemeinsame Erinnerung für uns geschaffen hatte.

Ich bin dreißig und das ist auch okay so.

Alles Liebe
Eure Vivienne

Sonntag, 12. Juni 2016

Neues aus dem Garten, Teil 1: Ein Piepmatz wird Hobbygärtnerin.

Hallo Welt!

Seit zwei Monaten nun leben wir uns in der neuen, großen, hellen Wohnung mit Garten ein und könnten zufrieden und glücklicher nicht sein - rückblickend betrachtet haben wir in unserer alten Wohnung wie in einem beengten Hasenstall gelebt, ohne Raum zum Atmen und Ruhen. Mit der neuen Wohnung sind wir quasi auch über Nacht zu Gartenbesitzern geworden, die sich nun nach und nach ihr Wissen aneignen müssen und noch - wie passend - sehr grün hinter den Ohren sind. Ehrlich: Ich hatte bislang von Gartenarbeit absolut keine Ahnung und habe sie auch immer noch nicht. Aber ich freue mich darauf mit unserem Garten zu lernen, Tipps und Tricks nachzulesen, erfahrene Gartenbesitzer auszufragen oder einfach mal so zu machen, wie ich denke.
Wie passend also, dass sich unser Garten perfekt dafür eignet das Garten-Einmaleins von Grund auf zu lernen: Dass unsere Vormieterin acht Jahre lang nahezu gar nichts in diesem Garten gemacht hat, kann man, denke ich, auf den Bilder gut sehen - auch wenn wir nur zwei "Vorher"-Bilder gemacht haben. Die Beete waren alle zugewuchert von Unkraut, Bodendeckern und uns unbekannten Gewächsen, Bäumen konnten nicht atmen und hatten dadurch vertrocknete Äste, es roch verfault und moderig, da man den Garten zwar einmal vor langer Zeit angelegt, nun aber alles sich selbst überlassen hatte. Für uns war es einfach unvorstellbar, dass man direkt vor seinem Wohnzimmer einen Garten hatte, sich dafür aber nicht zu interessieren schien und sich nicht darum kümmerte. Und genau deshalb juckte es uns so sehr in den Fingern, dass wir uns nach der Renovierung der Wohnung direkt dem Garten widmeten.


Zunächst kümmerte sich hauptsächlich der Herzmann um das Entrümpeln und „Entlüften“ des Gartens: Circa 30 große, vollgepackte Gartenabfallsäcke hatte er aus dem Garten geholt und zur Deponie gefahren. Er entfernte sämtliches Unkraut und wuchernde Gewächse mitsamt der Wurzel, schnitt Sträucher zurück, befreite Bäume von totem Geäst und schaufelte Unmengen an alten Tannennadeln, die um die zum Teil erstickten Bäume lagen, weg.


Natürlich sah dann erst einmal alles relativ kahl aus: So säten wir neuen Rasen und Sommerblumen, gruben neue Büschchen und Bäumchen ein, setzten Tomaten-, Paprika- und Erdbeerpflanzen und pflanzten einen Himbeerstrauch (der bald nicht mehr so alleine sein wird) und diverse Kräuter ein. Wir haben einfach mal so gemacht, wie wir dachten - ohne sämtliche Ratgeber zu lesen. Von unseren Eltern haben wir hier und dort ein paar Tipps bekommen, wie z. Bsp. die Tomaten zu düngen oder um die Erdbeeren Stroh auszulegen, damit die Früchte nicht auf der Erde liegen und so faulen.


Wer nicht für drei Erdbeerpflänzchen einen ganzen Sack Stroh im Gartencenter kaufen möchte, der könnte auch - rein theoretisch natürlich - nachts beim Erdbeerbauern um die Ecke zwei Hände voll Stroh mitnehmen... Also, ich habe davon gehört, dass das manche Hobbygärtner machen... Hüstel... Bei den Erdbeeren handelt es sich übrigens um eine Sorte, die recht spät (Ende Juni) reife Früchte trägt - ideal für uns, um relativ schnell die ersten Erfolge zu sehen. Ich kann es kaum erwarten euch stolzerfüllt die erste reife Erdbeere zu zeigen.


Offensichtlich sind wir nicht die Einzigen, die sich über den Garten freuen: Unser kleiner, dicker Kater Toulouse kann endlich nach vier Jahren auf dieser Welt Rasen unter seinen kleinen Samtpfoten spüren - ein sehr rührender Moment auch für uns als Kater-Eltern. Nun streunert er jeden Tag im Garten umher, ist jedoch noch so sehr auf uns fixiert, dass er alle 15 - 30 Minuten reinrennt, um zu sehen, ob wir noch da sind und dann am späten Abend mit uns ins Bett geht. Hach, dieser Speckkopf! <3


Sicherlich werden wir relativ bald feststellen, dass wir einiges hätten von Anfang an besser oder durchdachter machen können. Aber das sind wohl die Erfahrungen, die wir als neue Hobbygärtner machen müssen, um dann zu recherchieren, was wir falsch gemacht haben und was wir beim nächsten Mal besser machen müssen. Fest steht jedoch: Wir wollen den Garten nie mehr missen und freuen uns auf den Sommer mit seinen hoffentlich vielen lauen Abenden an denen wir auf der Terrasse sitzen und gemeinsam beim Grillen mit Freunden oder der Familie unser Werk bewundern und genießen können.


Wie war das bei euch so als Neu-Gartenbesitzer - woher habt ihr euer Wissen? Welche "Fehler" habt ihr zu Beginn gemacht?

Liebst
Eure Vivienne